Acht Jahre lang war die ANTARNA im Hafen von Colón schutzlos der zerstörerischen Sonne und hohen Luftfeuchtigkeit tropischer Breitengrade ausgeliefert – auch für eine so stabil gebaute Yacht wie die ANTARNA eine unzumutbar lange Liegezeit. Doch obwohl sie nicht mehr „im Geschäft“ war, wurde sie von den Liebhabern stolzer Segelschiffe nicht vergessen.
Einer von ihnen war der Deutsche Hartmut Paschburg, Kapitän auf großer Fahrt und Diplomvolkswirt, der zuvor bereits mehreren alten Segelschiffen neues Leben eingehaucht hatte. Er erkannte schnell, dass die ANTARNA trotz erheblicher Mängel eine gute Chance hatte, noch einmal aus ihrer Agonie herausgerissen zu werden. Gemeinsam mit einer Gruppe Hamburger Kaufleute erwarb er die Luxusyacht – und gab ihr als erstes ihren alten Namen zurück: SEA CLOUD.

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Doch das härteste Stück Arbeit stand Kapitän Paschburg noch bevor: Er musste seine Neuerwerbung über den Atlantik holen. Mitte Juli 1978 flog Paschburg dazu mit 38 unternehmungslustigen Männern und zwei Frauen nach Colón. Gemeinsam mit panamesischen Arbeitern schufteten sie die nächsten Monate, um die verrottete Yacht halbwegs seetüchtig zu machen. Mitte Oktober hieß es dann: "Leinen los!" – die SEA CLOUD nahm Kurs auf Europa. Und am 15. November 1978 war es schließlich so weit: Die SEA CLOUD lief im Hamburger Hafen ein, wo sie von Tausenden begeistert begrüßt wurde.
Die neuen Eigentümer überkamen beim Anblick ihrer Segelyacht jedoch zwiespältige Gefühle. Schnell wurde klar, dass doch sehr viel mehr Geld zu investieren sein würde als zunächst geplant. Im Februar 1979 wurde die SEA CLOUD durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Kiel verholt, und die Howaldtswerke-Deutsche Werft AG, Nachfolgerin der Germania-Werft, machte sich an die umfangreichen Instandsetzungs- und Umbauarbeiten. Schon acht Monate später ging die SEA CLOUD auf ihre erste Kreuzfahrt unter neuer Flagge. Und seitdem ist die prächtige Diva wieder auf den Weltmeeren zu Hause.



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