Header-Bilder Das Segeln
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Auf einem Kurs dicht am Wind der Romantik.

Egal ob man an der See, im flachen Landesinneren oder in den Bergen zu Hause ist - Großsegler üben auf jedermann eine magische Faszination aus. Doch wofür steht eigentlich der Begriff Rahsegler, und was genau ist der Unterschied zwischen der Viermastbark SEA CLOUD und der Dreimastbark SEA CLOUD II?

Historie der Rahsegler.

Von den kleinen Frachtseglern über die großen, noch aus Holz gebauten, schnellen und weltweit fahrenden Clipper war Anfang des 20. Jahrhunderts mit den riesigen, aus Stahl gebauten und bis zu 8.000 Tonnen Fracht tragenden Rahseglern der Höhepunkt, zugleich aber auch das Ende der Entwicklung der Rahsegler erreicht. Danach mussten sie endgültig den maschinengetriebenen Schiffen weichen. Damit ging eine Jahrhunderte währende Ära zu Ende.

Historische Rahsegler
Historische Rahsegler

Heutzutage kreuzen nur noch wenige Rahsegler die Weltmeere, meist Schul- oder Kreuzfahrtschiffe. Das letzte der legendären, wegen ihres Anfangsbuchstabens im Namen und ihrer Pünktlichkeit selbst bei Reisen um Kap Hoorn "Flying P-Liner" genannten Schiffe, wurde 1926 gebaut. Bei einer Gesamtlänge von circa 115 Metern und getakelt als Viermastbark mit 32 Segeln und rund 3.400 Quadratmetern Segelfläche war es der erfolgreichste Rahseglertyp des 20. Jahrhunderts. Es gibt immer noch Seeleute, die mit diesen Großseglern bei Wind und Wetter umgehen können, und vielleicht wird in Zeiten immer knapper werdender Ressourcen dieses Wissen um die Nutzung des Windes wieder an Wert gewinnen.

Seitenansicht der SEA CLOUD

Die Viermastbark
SEA CLOUD.

Nur fünf Jahre nach dem Bau des letzten Fracht fahrenden, reinen Rahseglers kam 1931 die SEA CLOUD in Fahrt, die die Tradition dieser berühmten Segler weiterführt. Sie ist ebenfalls als Viermastbark gebaut. Die ersten drei Masten sind mit Rahen, der letzte Mast mit Gaffeln getakelt. Die Rahsegel sorgen für einen schnellen Vortrieb und stehen quer zur Schiffsrichtung, die Gaffelsegel dagegen stehen in Längsrichtung und verbessern die Manövrier-Eigenschaften erheblich. Mit 110 Metern Gesamtlänge, 30 Segeln und rund 3.000 Quadratmetern Segelfläche ist die SEA CLOUD vergleichbar mit den berühmten P-Linern. Im Unterwasserschiff ist sie allerdings nicht wie ein Frachtsegler, sondern wie eine schnittige Yacht gebaut.

Seitenansicht der SEA CLOUD II

Die Dreimastbark
SEA CLOUD II.

Seit 2001 bereichert auch die SEA CLOUD II mit einer Gesamtlänge von 117 Metern, 23 Segeln und ebenfalls rund 3.000 Quadratmetern Segelfläche als Dreimastbark die Flotte der Blauwasser-Kreuzfahrtschiffe unter Segeln. Die Verwendung modernster Materialien, von Metall sowohl bei den Rahen und Masten bis hin zu neuartigen Kunststoffen bei Segeln und Tauwerk, ermöglicht es, durch größere Abmessungen bei den Masten und bei den Segeln mit nur zwei rah- und einem gaffelgetakelten Mast annähernd gleiche Segeleigenschaften wie bei einer Viermastbark zu erzielen. Unter Fachleuten würde man bei der SEA CLOUD II nur von einer "Bark" sprechen, denn nur wenn das Schiff mehr als drei Masten hat, muss man die Anzahl zusätzlich angeben.

Die Segel als natürliche Stabilisatoren.

Die SEA CLOUD und SEA CLOUD II bieten neben den neuesten Navigations- und Sicherheitseinrichtungen auch den Komfort und den Luxus eines Fünf-Sterne-Kreuzfahrtschiffs, jedoch die Bemastung und Takelage der historischen Windjammer.

Auch wenn heutzutage statt Hanf- oder Baumwollsegeln moderne Kunstfasern verwendet werden, so arbeiten erfahrene Berufsseeleute zur Vorbereitung des Segelsetzens und auch beim Festmachen der Segel hoch oben im Rigg wie ihre Kameraden aus dem vorigen Jahrhundert. Handarbeit statt Computerbedienung ist hier die Devise.

Crew in den Masten
Auf der SEA CLOUD und SEA CLOUD II ist alles traditionelle Handarbeit
Ein Crewmitglied löst die Segel

Beiden Schiffen gemeinsam sind ihre hervorragenden See-Eigenschaften und ihr ruhiges Verhalten im Seegang. Bei weniger als sechs Metern Tiefgang, aber über 55 Metern Mastenhöhe, wirken die riesigen Hebelarme bei gesetzten Segeln wie Stabilisatoren, wodurch die Schiffsbewegungen außerordentlich stark gedämpft werden. In Verbindung mit den ausgewählten Fahrtgebieten in Schönwetter-Destinationen zu verschiedenen Jahreszeiten ist dann oft nur ein sanftes Gleiten über die See spürbar.